Typ 5/6 oder Typ 5B/6B Schutzanzug – Wo liegt der Unterschied?

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Typ 5/6 oder Typ 5B/6B Schutzanzug – Der wichtige Unterschied einfach erklärt

Wer einen Schutzanzug für Arbeiten mit Asbest, Mineralwolle, Glaswolle, Steinwolle, Pflanzenschutzmitteln oder anderen gesundheitsgefährdenden Stoffen sucht, stößt schnell auf die Bezeichnungen Typ 5/6 und Typ 5B/6B. Viele Käufer fragen sich, welcher Schutzoverall der richtige ist und ob sich die höheren Kosten für einen Typ 5B/6B Schutzanzug überhaupt lohnen.

In diesem Ratgeber erklären wir den Unterschied zwischen einem Typ 5/6 Schutzanzug und einem Typ 5B/6B Schutzanzug und zeigen, für welche Arbeiten die jeweiligen Schutzklassen geeignet sind.

Was bedeutet ein Typ 5/6 Schutzanzug?

Ein Typ 5/6 Schutzanzug gehört zur persönlichen Schutzausrüstung der CE-Kategorie III und schützt den Träger vor gefährlichen Partikeln sowie begrenzt vor flüssigen Chemikalienspritzern.

Typische Einsatzbereiche für einen Typ 5/6 Schutzoverall sind:

  • Asbestsanierung
  • KMF-Sanierung
  • Arbeiten mit Mineralwolle
  • Arbeiten mit Glaswolle und Steinwolle
  • Abbrucharbeiten
  • Schleif- und Fräsarbeiten
  • Industrie und Produktion
  • Reinigungsarbeiten

Ein Typ 5 Schutzanzug erfüllt die Anforderungen der EN 13982-1 und schützt gegen feste luftgetragene Partikel. Die Typ-6-Zertifizierung bestätigt zusätzlich einen begrenzten Schutz gegen leichte Chemikalienspritzer gemäß EN 13034.

Was bedeutet das „B“ bei Typ 5B/6B Schutzanzügen?

Das zusätzliche „B“ steht für Biological Hazard, also biologische Gefahrenstoffe.

Ein Typ 5B/6B Schutzanzug erfüllt zusätzlich die Anforderungen der EN 14126. Diese Norm prüft die Schutzwirkung gegen biologische Gefahren wie:

  • Bakterien
  • Viren
  • Kontaminierte Flüssigkeiten
  • Infektiöse Mikroorganismen
  • Biologisch belastete Partikel

Ein Typ 5B/6B Schutzoverall wurde somit zusätzlich auf seine Barrierewirkung gegen biologische Gefahrenstoffe getestet und zertifiziert.

Typ 5/6 oder Typ 5B/6B – Welcher Schutzanzug ist für Asbest geeignet?

Bei Arbeiten mit Asbest, Mineralwolle, Glaswolle oder Steinwolle reicht in der Regel ein hochwertiger Typ 5/6 Schutzanzug aus. Die entscheidende Schutzwirkung ergibt sich hierbei aus der Partikeldichtigkeit des Materials nach EN 13982-1.

Da Asbestfasern keine biologischen Gefahrenstoffe darstellen, ist die zusätzliche Zertifizierung nach EN 14126 für klassische Asbestsanierungen normalerweise nicht erforderlich.

Wichtig ist vielmehr die Kombination aus:

  • Typ 5/6 Schutzanzug
  • FFP3-Maske oder Atemschutz mit P3-Filter
  • Schutzbrille
  • Geeigneten Schutzhandschuhen

Wann sollte ein Typ 5B/6B Schutzanzug verwendet werden?

Ein Typ 5B/6B Schutzanzug empfiehlt sich überall dort, wo zusätzlich biologische Risiken auftreten können.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Krankenhäuser
  • Pflegeeinrichtungen
  • Rettungsdienste
  • Labore
  • Abwasseranlagen
  • Dekontaminationsarbeiten
  • Arbeiten mit infektiösen Stoffen

In diesen Bereichen kann die zusätzliche Zertifizierung nach EN 14126 vorgeschrieben oder sinnvoll sein.

Ist ein Typ 5B/6B Schutzanzug automatisch besser?

Nicht unbedingt. Ein Typ 5B/6B Schutzanzug bietet zwar einen erweiterten Schutzumfang, jedoch bedeutet dies nicht automatisch, dass er für jede Anwendung notwendig ist.

Für die meisten Arbeiten im Baugewerbe, bei Sanierungen oder im Handwerk genügt ein hochwertiger Typ 5/6 Schutzanzug vollkommen. Wer dagegen mit biologisch kontaminierten Stoffen arbeitet, profitiert vom zusätzlichen Schutz eines Typ 5B/6B Schutzoveralls.

Empfohlene Schutzausrüstung für Arbeiten mit Schadstoffen

Bei Arbeiten mit Asbest, KMF, Mineralwolle, Glaswolle, Pflanzenschutzmitteln oder anderen Gefahrstoffen sollte der Schutzanzug stets mit weiterer persönlicher Schutzausrüstung kombiniert werden.

Häufig gestellte Fragen zu Typ 5/6 und Typ 5B/6B Schutzanzügen

Ist ein Typ 5/6 Schutzanzug für Asbest geeignet?

Ja. Für Asbestsanierungen werden üblicherweise partikeldichte Schutzanzüge nach Typ 5/6 verwendet. Zusätzlich sollten eine FFP3-Maske oder ein Atemschutz mit P3-Filter sowie Schutzhandschuhe getragen werden.

Benötige ich für Mineralwolle einen Typ 5B/6B Schutzanzug?

Nein. Bei Mineralwolle, Glaswolle und Steinwolle genügt normalerweise ein Typ 5/6 Schutzanzug, da keine biologischen Gefahrenstoffe vorliegen.

Wann ist ein Typ 5B/6B Schutzanzug sinnvoll?

Ein Typ 5B/6B Schutzanzug empfiehlt sich bei Arbeiten mit biologischen Gefahrenstoffen, beispielsweise in Laboren, Krankenhäusern oder bei Dekontaminationsarbeiten.

Welcher Schutzanzug eignet sich für Pflanzenschutzmittel?

Beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden sollte neben dem Schutzanzug auch auf geeigneten Atemschutz, Schutzbrillen und Chemikalienschutzhandschuhe geachtet werden. Komplettlösungen finden Sie in unserem Pestizid Arbeitsschutzset.

Fazit: Typ 5/6 oder Typ 5B/6B?

Der wichtigste Unterschied zwischen einem Typ 5/6 Schutzanzug und einem Typ 5B/6B Schutzanzug liegt in der zusätzlichen Prüfung gegen biologische Gefahrenstoffe nach EN 14126.

Für Arbeiten mit Asbest, KMF, Mineralwolle, Glaswolle, Steinwolle und anderen Stäuben ist ein hochwertiger Typ 5/6 Schutzanzug meist die richtige Wahl. Ein Typ 5B/6B Schutzanzug wird vor allem dort benötigt, wo zusätzlich biologische Gefahren wie Viren, Bakterien oder infektiöse Stoffe auftreten können.

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